Wasserburgentour am 22.03.2009
Tourenleiter: Marion & Erich
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Nach diesem Motto ließen es sich fünf Tandempaare (Elfie & Wolfgang, Milli & Ernst, Gabi & Günter, Rosi & Heinz, Marion & Erich) nicht nehmen, an diesem doch noch ziemlich ungemütlichen Sonntag eine Route entlang der vielen Wasserburgen im Kreis Euskirchen unter die Räder zu nehmen.
Vom Bahnhof in Liblar aus ging es zunächst über Bliesheim und an Weilerswist vorbei nach Groß-Vernich. Kleinbüllesheim, Weidesheim und Flamersheim waren weitere Stationen, bevor über Ringsheim Rheinbach angepeilt wurde. Zunächst machten wir uns im dortigen Stadtcafé über die amtlich anerkannt riesigen Kuchenstücke her, um anschließend zu einem Stadtrundgang aufzubrechen.
Danach standen noch die Burgen in Morenhoven und Heimerzheim auf der Besichtigungsliste. Leider kann man die Häuser allesamt nur von außen betrachten, da sie sich in Privatbesitz befinden. Nichtsdestotrotz konnte man sich mit ein bisschen Phantasie vorstellen, wie die lokalen Adligen früher so lebten.
Die Tour endete in Weilerswist. Von dort aus brachte uns die Eifelbahn zurück nach Köln bzw. nach Brühl. Der Wettergott war uns einigermaßen hold gewesen und hatte uns mit größeren Regenschauern verschont. Ein prima Einstieg in die Radelsaison!
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Fahrt ins Blaue, Sonntag, 12. April 2009 (Ostern)
Tourenleiter: Marion & Erich
Eier mussten keine gesucht werden, als die acht Tandems und ein Liegerad am Rheinpegel am Kölner Altstadtufer zur Fahrt ins Blaue aufbrachen. Für manchen war es eine Tour ins Unbekannte, es ging schließlich auf die "schäl Sick".
Wer weiß schon, wo die Endstation der Deutz-Mülheimer Pferdebahn war, wo die Schlackenbergwerft liegt oder was sich im Stammheimer Schlosspark bestaunen lässt?
Auch den Optischen Telegrafen in Flittard, ein Relikt aus der Frühzeit der Telekommunikation, bekam mancher der Tourteilnehmer zum ersten Mal zu Gesicht. Entlang des Dünnwalder Kommunalwegs führte die Route anschließend zum Waldschwimmbad und in den Wildpark. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde die "Finnensiedlung" bsichtigt, und ab ging's über Dellbrück und Refrath zur Saaler Mühle. An der dortigen Grillhütte wurde Mitgebrachtes verzehrt und auch untereinander ausprobiert.
"Och war wor dat föher schön noch en colonia, wenn d'r Franz mem Nies nohm ahle Kohberg ging" dichtete Willi Ostermann 1937. Wo der "Ahle Kohberg" liegt, erfuhren die Teilnehmer im weitern Verlauf der Tour in Merheim. Dort steht das älteste rechtsrheinische Kölner Gasthaus aus dem Jahr 1662 - der "Ahle Kohberg" eben. Von dort bis zu "Brehmer's Café" war's dann nur ein Katzensprung. Die Gruppe ließ sich bei sonnigem und einigermaßen warmem Wetter auf der Terrasse nieder und schlug ein Loch in die Kuchenvorräte.
Nach so vielen leckeren Kalorien war die Rückfahrt durch die Merheimer Heide und über die Mülheimer Brücke kein Problem. Die mitgeradelten Tandemfreunde aus Leverkusen bogen dabei schon vor der Rheinüberquerung in Richtung ihrer Heimat ab. Nach dem Prinzip "Zehn kleine Negerlein" löste sich der Rest der Gruppe nach und nach auf.
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Zur Wahnbachtalsperre, Sonntag, 19. April 2009
Tourenleiter: Janina & Marco
"Zehn kleine Negerlein" lautete auch bei dieser Tour wieder das Motto bei der Fahrt zum Treffpunkt am Schiffsanleger in Porz. Milli und Ernst trafen sich erst mit Marion und Erich an der Sparkasse in Riehl, zusammen sammelten sie dann vor dem Deutzer Bahnhof Ulrika, Horst, Gabi und Günter auf und trafen schließlich unter der Rodernkirchener Autobahnbrücke auf Rosi und Heinz. Am Porzer Schiffsanleger warteten Ingrid, Walter, Juliane und Lothar sowie Janina und Marco, die die heutige Tour anführten.
GPS-gestützt übernahmen die beiden souverän die Spitze der acht Tandems und führten die Gruppe großräumig um den Konrad-Adenauer-Flughafen herum und durch den Lohmarer Wald bis zur Wahnbachtalsperre. Auf der Staumauer wurde die Mittagsrast eingelegt. Bei Seligenthal erreichte die Gruppe später das Siegtal. Nach einem Zwischenstopp an der Lachszählstation in Buisdorf wurde in Siegburg eine Eisdiele besetzt.
Das Wetter ließ bereits eine Ahnung von Sommer aufkommen.
Zunsere Naviagtionsgeräte.
Über Sieglar und Kriegsdorf erreichte die Gruppe nachmittags den Rotter See. Eine willkommene Gelegenheit, an seinen Ufern noch einmal eine Rast einzulegen. Der Rotter See ist eine ehemalige Kiesgrube, die ausdrücklich zum Schwimmen freigegeben ist. Davon machte aus der Gruppe allerdings niemand Gebrauch. Durch die Felder näherten sich die Tandems wenig später Libur, dem kleinsten Stadtteil von Köln. Eigentlich ist es ein Dorf, das inmitten der Agrarsteppe südöstlich von Köln liegt. Bei der Ortsdurchfahrt an der Kirche vorbei rief ein Kirchgänger voll Erstaunen aus: "Luur en do, en liejende Juffer!" ("Schau mal da, eine liegende Jungfrau!") Gemeint war Ingrid, die auf ihrem und Walters Pino-Stufentandem den Platz im Liegesitz einnimmt.
Bei der Ankunft am Porzer Schiffsanleger trat dann wieder das Zehn-kleine-Negerlein-Prinzio in Kraft. Marco, Janina, Ingrid, Walter, Juliane und Lothar stiegen hier aus der Tour aus, Gabi und Günter - sie mussten nach Brühl zurück -, Rosi und Heinz verabschiedeten sich an der Rodenkirchener Autobahnbrücke. Ulrika, Horst, Milli, Ernst, Marion und Erich fuhren gemeinsam bis zum Deutzer Bahnhof und tranken dort noch ein Abschiedsglas. Ulrika und Horst machten sich dann auf nach Opladen, die anderen beiden Paare auf den Weg nach Riehl. An der dortigen Sparkasse trennten sich dann endgültig die Wege - für diesmal!
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Zum Kloster Knechtsteden und zu Lichters Oldiethek, Sonntag 02. Mai 2009
Tourenleiter: Elfie & Wolfgang
Mit vier Tandems machten sich die Tandemfreunde von Longerich aus auf den Weg nach Knechtsteden, nicht, ohne zuvor wieder "Zehn kleine Negerlein" gespielt zu haben. Rosi, Heinz, Marion und Erich reisten aus Sülz bzw. Riehl an und trafen vor dem Longericher S-Bahnhof auf Ulrika und Horst sowie Elfie und Wolfgang, die die heutige ausgearbeitet hatten und anführten.
Der erste Stopp war am Wasserwerk in Weiler, wo es unter dem Motto "Dat
Wasser vun Kölle es jot" allerhand Wissenswertes rund um die Trinkwassergewinnung zu sehen gibt. Durch den Stommeler Busch und die Gärtnersiedlung Blechhof erreichte die Gruppe Kloster Knechtsteden. Elfie hatte es sich nicht nehmen lassen, die Geschichte der Klosteranlage zu recherchieren und referierte munter über historische Daten und bauliche Besonderheiten. Anschließend folgte ein Rundgang durch die romanische Basilika und durch
eine Ausstellung im ehemaligen Kreuzgang, bevor man sich Profanem
zuwandte und die kurze Strecke nach Butzheim unter die Räder nahm.
Butzheim? Butzheim? - Ohne Horst Lichter, bundesweit bekannter Fernsehkochund rheinische Frohnatur, würde es wohl niemandem einfallen, dorthin eine Radtour zu unternehmen. Der kleine Ort liegt verschlafen an der B477 inmitten von Feldern in der Zuckerrübensteppe bei Rommerskirchen. Hier hat Horst Lichter vor einigen Jahren einen alten Tanzsaal erworben und ihn in sein persönliches Museum, eben die "Oldiethek" verwandelt. Hier hat er alle möglichen Gegenstände zusammengetragen, seien es Kaffeekannen oder alte Motorräder, Fahrzeuge eines Autokarussells oder ein Friseursalon aus den 50er Jahren.
Alles hat hier eine Bleibe gefunden und wird dem staunenden Publikum präsentiert. Im Garten schmückt sogar ein Motorrad einen alten Birnbaum. Das ganze
Arrangement ist herrlich unordentlich und wie zufällig angeordnet und
lässt uns immer wieder Neues entdecken. Und wie es sich für einen Koch
gehört, gibt's natürlich auch Kuchen aus eigener Produktion und lecker
Käffchen.Uli und Andrea hatten am Tag zuvor Pech gehabt: Sie waren mit ihrem
Pino gestürzt und konnten deshalb diese Tour nicht mitfahren. Uli hatte
es sich aber nicht nehmen lassen, der Gruppe mit dem Pkw zu folgen.
Bevor er bei Horst Lichter auf die Gruppe traf, hatte er sich zwischen
Knechtsteden und Anstel auf die Lauer gelegt und schoss ein paar
"Zielfotos" geschossen.
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Samstag, 30. Mai
Nach Königswinter und zum Adenauer-Wohnhaus
Wenn Heinz eine Tour anführt, kann man sicher sein, dass sie bis ins Detail durchgeplant undmindestens dreimal vorher abgefahren worden ist. So war es auch diesmal. Vom Deutzer Bahnhof aus ging es über Straßen in rechtsrheinischen vororten von Köln, die die meisten von uns noch nie gesehen hatten. Mit traumwandlerischer Sicherheit führte Heinz mit Rosi als Stokerin die Gruppe durch dieses unbekannte Terrain. Hinter Rath war dann am Rande des Königsforstes erst einmal Pause zum zweiten Frühstück angesagt.
Durch Rösrath und über Altenrath (3. Frühstück) führte der Weg sodann in den Lohmarer Wald, wo Heinz uns bei den Fischteichen über das Wesen der Fischzucht informierte. Dabei stahl ihm allerdings ein Laubfrosch, der vor der Gruppe durchs Gras hüpfte, die Schau. Alle, vor allem aber die Damen, hatten nur noch Augen für den Hüpferling. Vielleicht war's ja ein verwunschener Prinz? Es bleibt ein Geheimnis, denn küssen wollte das Tierchen keine(r)...
Auf verschlungenen Pfaden führte uns Heinz nach Birlinghoven.
Im Schatten einer Kastanie legten wir in der Nähe von Schloss Birlinghoven die Mittagsrast ein. Die Stärkung war vonnöten, denn jetzt stand die Überquerung des Siebengebirges bevor. Zunächst ging es noch durch die Ebene mit einem phantastischen Rundumblick auf Wiesen, Felder und Wald. Nach Rauschenbach hinauf wurde es dann ernst. Einigen war's aber nicht ernst genug. Als alle den "Gipfel" in der Nähe des Rauschenbacher Dorfmaibaumes erreicht hatten, legten Erich und Marion zur zufällig spielenden Dorfmusik spontan einen Jive aufs Parkett, pardon, auf den Asphalt.
Von nun ging's bergab. Nach einer teilweise rasanten Schussfahrt hinunter ins Rheintal belohnten wir uns in Königswinter erst mal mit einem dicken Eis. Danach trennten sich die Wege: Die Tandemfreunde aus Leverkusen traten bereits den Heimweg an, der Rest der Gruppe bestehend aus Gabi und Günter, Heinz und Rosi sowie Marion und Erich machten sich auf zum ollen Adenauer. Zuvor führte uns Heinz noch in die Pfarrkirche von Rhöndorf, wo Konrad Adenauer nicht nur eine mit Messngplakette gekennzeichnete eigene Bank besaß, sondern wo der Glaser in einem der Fenster im Seitenschiff eine kleine Erinnerung an den ersten Kanzler der Bundesrepublik im Indianerschmuck versteckt hat.
Bei der Führung durch das Wohnhaus von Adenauer wurde klar: ein einfacher Typ war dieser Mann nicht! Zweimal verwitwet, als Kölner OB im dritten Reich aus dem Amt gejagt und von den Nazis verfolgt hatte er sich nach Rhöndorf zurückgezogen, bevor er von hier aus seinen beispiellosen Siegeszug als eienr der Väter des Grundgesetzes und erster Kanzler unserer Republik antrat. Mit seiner berühmt-berüchtigten Schlitzohrigkeit hatte er dafür gesorgt, dass Bonn seinerzeit Bundeshauptstadt wurde, und jeden Tag ließ er sich mit der Fähre von Oberdollendorf nach Bad Godesberg in seinem Dienstwagen zum Regieren ins Kanzleramt fahren. Nach soviel erschöpfender Auskunft waren wir auch erschöpft und ließen uns erst einmal im Café Profitlich nieder.
Schießlich machten wir uns auf den Heimweg. Natürlich nahmen wir die "Adenauer-route" mit der Oberdollendorfer Fähre. In Bonn verabschiedeten sich Gabi und Günter in Richtung Brühl. Wir Kölner ließen wir den Bahnhof links liegen und radelten die gesamte Strecke nach Köln entlang des Rheins. Am Abend zeigte der Tacho 125 Kilometer an. Das Tagewerk kann sich sehen lassen!
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Ahrtour
Samstag, 25.07.09
"Wer an der Ahr war, und weiß, dass er an der Ahr war, der war nicht an der Ahr!" so lautet der Sinnspruch, den man zu hören bekommt, wenn man eine Ahrtour macht. Und der bezieht sich auf weinseliges Vergessen. Wir hatten anderes im Sinn. Zunächst einmal galt es, den "Eifelexpress" mit unseren fünf Tandems zu entern. Birigt und Axel waren extra aus dem oberbergischen Wiehl angereist, um zum ersten Mal mit den Tandemfreunden op Jöck zu gehen. Sie integrierten sich von Anfang an hervorragend in die Gruppe. Als weiterer Tourteilnehmer hatte sich Wolfgang (nein, nicht "unserer") mit seinem Solo zu uns gesellt.
In Erftstadt stiegen Gabi und Günter, die in Brühl wohnen, zu. Während der "Eifelexpress" über Euskirchen und Mechernich sich langsam die Höhenzüge der Nordeifel erarbeitete, wurde es im Fahrradabteil immer voller. Wir waren nicht die einzigen, die sich an diesem Samstag eine Radtour vorgenommen hatten. Aber alle waren gut drauf, und das Aussteigen in Blankenheim/Wald ging dank zahlreicher helfender Hände ohne Probleme vonstatten. Dafür hält die Bahn dort in ihrer überwältigenden Fahrradfreundlichkeit eine Schikane in Form von zwie steilen Treppenab- und -aufgängen bereit, über die die Räder mangels einer Schieberinne getragen werden müssen. Sodann folgt ein langgezogener Aufstieg nach Blankenheimerdorf, bevor es mit einer Schussfahrt rasant hinunter nach Blankenheim zur Ahrquelle geht.
Von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig überwindet die Ahr ienen Höhenunterschied von 400 Metern. Wer nun denkt, von nun an ging's bergab, hat weit gefehlt!
Die Trasse der stillgelegten Bahnstrecke von Remagen nach Mülheim ist zwar ab Blankenheim und bis Schuld als Radweg ausgebaut und verkehrsfrei zu befahren. Der Genuss wird aber dadurch geschmälert, dass nach der Stilllegung seinerzeit viele Brückenbauwerke abgerissen worden sind. Und so gab es bei der Querung von Straßen ein ständiges, mehr oder weniger steiles auf und ab. Wir nahmen die atemberaubenden Aussichten, die sich uns dafür boten, als adäquate Entschädigung.
Der Ahrradweg verfügt über eine gute Infrastruktur und so fanden wir gegen Mittag, als die Mägen anfingen, gähnende Leere an das Zentralorgan zu melden, direkt am Wegesrand einen Picknickplatz mit Tischen und Bänken.
Zwischen Fuchshofen und Schuld mussten wir wenig später ein kurzes Stück der Route auf der B 258 zurücklegen. Der Ausbau des Radweges ist hier noch nicht komplett. Samstags hält ich der Verkehr aber in Grenzen, und so trübte dieser Umstand keineswegs das Erlebnis.
In Altenahr beginnt dann das Weinanbaugebiet. Der Genuss der einschlägigen Erzeugnisse gibt so manchen Trinker dem Vergessen anheim, siehe oben.
Wir hielten uns in Altenahr aber nicht auf. Zu voll, zu viel Verkehr, zu viele Touristen. Wir strampelten lieber die 11 Kilometer bis Ahrweiler und legten dort eine ausgiebige Kaffeepause ein. Endlich! Bei der Auswahl des Cafés spielt die Größe der angebotenen Kuchenstücke eine nicht unwesentliche Rolle. Nicht weit hinter dem Stadttor wurden wir fündig und ließen uns nieder. Birgit und Axel war's aber mehr nach etwas Herzhaftem, und so suchten die beiden die gegenüberliegende Straußwirtschaft auf. Dort gab's der Überlieferung nach ordentlich Gulaschsuppe.
Der anschließende Rundgang durch die schöne Altstadt wurde durch eine blasmusikuntermalte Hochzeitsfeier an der Pfarrkirche abgerundet, in die wir zufällig hineingerieten. Manche von uns konnten sich gar nicht mehr davon trennen, aber die Uhr tickte, und zur vereinbarten Zeit bestiegen alle wieder die Räder, die wir vor dem Stadttor abgestellt hatten.
Hinter Ahrweiler weichen die Ausläufer des Ahrgebirges zurück und das Tal weitet sich. Wir passierten Bad Neuenahr und ließen das dortige Spielcasino rechts liegen. Unser flüssiges Kapital hatten wir ja soeben in Kaffee und Kuchen investiert.
Die ADFC-Welt ist manchmal dort recht klein, trafen wir doch kurz vor Heimersheim auf Alfred Boxberg, der mit einer Gruppe ebenfalls an der Ahr unterwegs war, allerdings in gegenläufiger Marschrichtung. Wolfgang (der Solofahrer) ergriff die Gelegenheit und schloss sich Alfreds Gruppe an. Wir hatten den Eindruck, dass er das Tempo, dass mit den Tandems gefahren wird, unterschätzt hatte. Eine Beobachtung, die wir früher schon einmal bei einem solofahrenden Tourteilnehmer gemacht hatten.
So läutete Wolfgang den Beginn des Spiels "Zehn kleine Negerlein" ein. In Sinzig bogen Ulrika, Horst, Gabi und Günter in Richtung Bahnhof ab. Nach Erreichen der Ahrmündung verließen Birgit, Axel, Ingrid und Walter die Gruppe. Sie wollten noch bis Bonn radeln und von dort die Bahn nach Hause nehmen. Elfie, Wolfgang ("unserer"), Marion und Erich setzten mit der Fähre von Kripp über den Rhein nach Linz über. Die Bestimmungen des VRS wollen es, dass man von dort Tickets des Verkehrsverbundes benutzen kann, auf der linken Rheinseite jedoch nicht. Wir versuchen gar nicht erst, dass zu verstehen und nehmen es gelassen als Reminiszens an mittelalterliche Kleinstaaterei hin...
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(Text: Erich Koprowski, Fotos: Elfie Isenbügel-Makowika)
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Entlang der Maas
Samstag, 29.August 2009
Das fing ja gut an! Im vorfeld der Tour hatte es einige Konfusionen gegeben. E-mails waren nicht angekommen, telefonische Rücksprachen gab's recht spät, ein Paar war am Tourtag im Kölner Hauptbahnhof gestrandet, während die anderen vier in Pkws zum Startpunkt in Brüggen unterwegs waren. Zum Schluss klärte sich aber alles auf und die fünf Paare (Rosi&Heinz, Elfie & Wolfgang, Ingrid & Walter, Ulrika & Horst, Marion & Erich) brachen in Brüggen gut gelaunt durch das Schwalmtal in Richtung Roermond auf.
Dort zur Mittagszeit angekommen, war noch Markt auf dem Platz vor dem Rathaus, und die Fußgängerzone war auch noch äußerst belebt. Welch glückliche Fügung, vor allem für die Damen, die sich umgehend als "Geschäftsfrauen" betätigten. Dazu spielte das Glockenspiel vom Rathausturm gar liebliche Melodeien und die Figuren auf dem Dach des Uhrturmes tanzten dazu. Ja, ja, die Holländer wissen, wie man es macht, damit der Euro von der Tasche des einen in die des anderen wandert.
Bei der Weiterfahrt in Richtung Kessel erwischte die Gruppe, kurz nach der Überquerung der Maasbrücke, ein Starkregenschauer. Also nichts wie rechts ran, die Regenklamotten aus den Taschen geholt und übergestreift. Kaum war das erledigt, war's auch schon mit dem Regen wieder vorbei. Es blieb für den Rest der Tour bei dieser Episode.
Durch die fruchtbaren Flussauen führte die weitere Route zur Burgruine in Kessel, hoch über der Maas.
Die Burg Kessel befindet sich an der Stelle, wo bereits im 11. Jahrhundert das rheinische Grafengeschlecht von Kessel einen Wachtturm errichten ließ. Dieser Turm diente als Schutz des Maasübergangs bei Veers und der Sicherung des Maaszolls. Ohne Moos war eben auch bei Grafens nichts los.
Später erfolgte dann der Ausbau zur Burg. Am 17. November 1944 wurde die Burg, die mittlerweile als Internat und Kloster diente, von sich zurückziehenden deutschen Truppen zerstört.
Natürlich ließen sich die Tandemfreunde die Ausicht vom Burghügel auf die Maas nicht entgehen und erkletterten die gefühlten 350 Stufen dorthin.
Nach so viel Herumgeturne auf der Burgruine gab's erst mal was für den kleinen Hunger zwischendurch. Die Packtaschen wurden geplündert, hernach machte sich die Gruppe wieder auf den Weg. Leider mussten Elfie und Wolfgang, den den ganzen Tag schon Magenschmerzen plagten, bald aus der Tour aussteigen. Sie fuhren auf kürzestem Weg zu Ihrem Auto zurück und dann ab nach Hause. Wie aus zuverlässiger Quelle übermittelt wurde, ergriff Elfie sodann die entsprechenden Sofortmaßnahmen, um ihren Wolfgang wieder zu stabilisieren...
Der Rest der Truppe setzte bei Lottum mit der Fähre über die Maas.
Die drei Kilometer nach Arcen waren schnell heruntergekurbelt. Zielstrebig steuerten die verbliebenen acht kleinen Negerlein den Ijssalon Clevers an und hatten Glück: Auf der Maasterrasse fanden sich zwei leere Tische, die flugs zusammengeschoben wurden. Dann machte sich jeder über seine bestellte Kalorienbombe her. Nach den bis dahin geradelten Kilometern ein Genuss ohne Reue!
Danach trennten sich einige Wege. Ulrika und Horst radelten die 15 Kilometer nach Geldern, um mit der Bahn den Heimweg anzutreten, die restlichen "kleinen Negerlein" machten sich auf den Weg über Venlo nach Brüggen. In Kaldenkirchen wurde noch einmal eine kleine Pause eingelegt, Anlass genug für die Damen, sich die Nase an einem leider, leider schon geschlossenen Schmuckgeschäft plattzudrücken.
Um halb zehn Uhr abends war dann wieder Brüggen erreicht, die Tandems wurden verladen, und ab ging's Richtung Heimatplanet.
Mehr FotosFortsetzung folgt!